Vorlesen im Alterszentrum

Sozial und engagiert. Das sind wir Frauenvereine seit je. Bekanntlich ist es heute, wo Gemeinden immer mehr einstige Domänen der Frauenvereine übernehmen, schwierig geworden, neue Aufgaben für das Gemeinwohl zu finden.
Als anfangs 2011 die Anfrage vom Altersheim Breitenhof an uns herantrat, monatlich eine Vorleserunde zu bestreiten, bildete sich für diese Aufgabe spontan ein Team von vier Frauen. Dass das Hören von Gedichten, Märchen, kurzen Geschichten etc. von den Pensionärinnen (es gesellte sich noch nie ein Herr in die Runde) äusserst willkommen ist, dürfen wir von Mal zu Mal erleben.
In der Regel bestreiten wir einen Vorleseabend zu zweit. Mit Lesen wechseln wir uns ab, damit die Stimme immer wieder einmal wechselt. Einen Vorleseabend vorbereiten heisst: ein Thema wählen und dann passende Texte dazu suchen. Das Schöne daran: alte Bücher im Gestell werden wieder einmal aufgeschlagen und entstaubt. Meist ergibt sich ein bunter Blumenstrauss aus klassischen Gedichten (da gibt es immer jemanden, der ein Gedicht auswendig kennt), Mundarttexten aus der Gegend und Geschichten von früher. Beliebt sind auch Märchen. Beim Auswählen gilt es zu bedenken: „In der Kürze liegt die Würze.“ Ist die Auswahl getätigt und das „Drehbuch“ geschrieben, heisst es üben, üben und das mit lauter Stimme.
Vorlesen im Altersheim ist, nebst dem dass es viel Freude bringt und viel Freude schenkt, eine wertvolle Rhetorikübung. Wir üben uns Gehör zu verschaffen!
Gertrud Hug



